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Gewindetoleranz 6g/6H richtig lesen: Passung wählen und mit Go-/No-Go-Lehre prüfen

Veröffentlicht: 2026-10-12 Kategorie: Gewindegenauigkeit Lesezeit: ca. 9 Min. Quelle: YF Zhichengjia Technisches Zentrum

Zusammenfassung

Was bedeutet „M6×1-6g" auf der Schraube und „6H" auf der Mutter? Nach GB/T 197 setzt sich das Toleranzfeld aus „Toleranzgrad + Grundabmaß" zusammen: Je größer die Zahl, desto weiter die Toleranz, der Buchstabe legt die Lage des Toleranzfelds fest. Außengewinde 6g und Innengewinde 6H sind die universelle Mittelpassung. Der Artikel erklärt, wie man die Kennung liest, die Passung auswählt und mit Go-/No-Go-Lehren prüft.

Toleranzfeld-Kennung: Was Zahl und Buchstabe bedeuten

Nach GB/T 197 „Gewindetoleranzen für metrisches ISO-Regelgewinde" besteht die Toleranzfeld-Kennung metrischer Gewinde aus zwei Teilen: Toleranzgrad (Zahl) + Grundabmaß (Buchstabe). In „6g" steht die „6" für den Toleranzgrad, das „g" für das Grundabmaß. Man liest es als „Grad 6 mit Abmaß g".

BestandteilBedeutungAußengewinde (klein)Innengewinde (groß)
Toleranzgrad (Zahl)Breite des Toleranzfelds; je größer die Zahl, desto weiter die Toleranz, desto geringer die Genauigkeitüblich 4, 6, 8üblich 5, 6, 7
Grundabmaß (Buchstabe)Lage des Toleranzfelds zur Grundverzahnung (Oberes/Unteres Abmaß)e, f, g, hG, H
Richtung des Abmaßesh/H = Nullabmaß; g/G/e/f = gerichtetes Abmaßh: unteres Abmaß = 0; g/e/f: negatives AbmaßH: unteres Abmaß = 0; G: positives Abmaß

Merksatz: Außengewinde mit kleinen Buchstaben (g/h/e/f), Innengewinde mit großen Buchstaben (G/H). h und H haben das Grundabmaß Null – beim Außengewinde h ist das obere Abmaß es = 0, beim Innengewinde H das untere Abmaß EI = 0; g, e, f sind negative Abmaße des Außengewindes (kleiner als das Grundmaß), G ist ein positives Abmaß des Innengewindes (größer als das Grundmaß).

6g und 6H: Die Bezugs-Passung für Außen- und Innengewinde

6g ist das universellste Toleranzfeld für Außengewinde (Schrauben, Bolzen), 6H das universellste für Innengewinde (Muttern, Gewindebohrungen). Das Paar 6H/6g bildet die Standard-Mittelpassung für übliche Verbindungselemente und ist die vom Standard empfohlene Erstwahl.

ToleranzfeldObjektMerkmal des GrundabmaßesTypischer Einsatz
6gAußengewinde (Schraube)negatives Grundabmaß, lässt wenig Beschichtungs-SpielraumUniversal-Verbindungselemente, verzinkte Gewinde, übliche Montage
6hAußengewindeNullabmaß, engere PassungFeinpassungen, Gewinde vor der Beschichtung, spezielle Festsitz-Passungen
6e / 6fAußengewindegrößeres negatives Abmaß, mehr Beschichtungs-SpielraumGewinde mit dicker galvanischer Schicht
6HInnengewinde (Mutter)Nullabmaß (EI = 0)Universal-Muttern, Gewindebohrungen
6GInnengewindepositives Grundabmaß, größeres Spielrauhe / heiße / schmierstoff-bedürftige Innengewinde
Warum Schrauben 6g und nicht 6h tragen: g hat gegenüber h ein zusätzliches negatives Abmaß – das ist der vorgezogene Beschichtungs-Spielraum auf dem Außengewinde. Nach dem Verzinken wird das Gewinde dicker. Wird es mit 6g gefertigt und danach verzinkt, passt es noch sauber zur 6H-Mutter. Wird das Nullabmaß 6h direkt verzinkt, kann das Gewinde nach dem Beschichten zu eng sitzen oder gar nicht mehr eingedreht werden.

Wichtig: Im Zentrum der Gewindepassung steht der Flankendurchmesser. Die Toleranzen von Außendurchmesser und Kerndurchmesser sind relativ weit, maßgeblich für die Gängigkeit ist die Paarung der Flankendurchmesser. Auch die Prüfung dreht sich im Kern um den Flankendurchmesser.

Grundmaße nach GB/T 196: Flankendurchmesser und Kerndurchmesser

Das Toleranzfeld ist ein „Abmaß", und dieses Abmaß sitzt auf einem Grundmaß. Die Grundverzahnung des metrischen ISO-Gewindes ist in GB/T 196 „Grundmaße für metrisches ISO-Gewinde" festgelegt. Im Zentrum steht die ursprüngliche Dreieckshöhe H sowie der daraus abgeleitete Flanken- und Kerndurchmesser:

H = (√3/2)·P = 0,866025 P ; Flankendurchmesser d₂ = d − 0,6495 P ; Kerndurchmesser d₁ = d − 1,0825 P

Darin ist P die Steigung (mm). Tabelle 1 in GB/T 196 gibt für jede Nenngröße den Flanken- und Kerndurchmesser an (Einheit mm). Ein Auszug der gängigsten Größen:

NenngrößeSteigung PFlankendurchmesser d₂Kerndurchmesser d₁
M30,52,6752,459
M40,73,5453,242
M50,84,4804,134
M61,05,3504,917
M81,257,1886,647
M101,59,0268,376
M121,7510,86310,106

Diese Flanken- und Kerndurchmesser sind die Bezugsgrößen für Fertigung und Prüfung: Das 6g-Toleranzfeld des Außengewindes liegt auf d₂ und d₁ auf, das 6H-Toleranzfeld des Innengewindes entsprechend.

Passung auswählen: Allgemeine Verbindungen und beschichtete Gewinde

In der praktischen Auswahl hilft die folgende Tabelle:

  • Allgemeine Stahlverbindung, ohne oder mit dünner Beschichtung: Standardmäßig 6g/6H als Mittelpassung, am universellsten und am besten lagerhaltig.
  • Verzinkung oder andere galvanische Beschichtung nötig: Außengewinde nach 6g fertigen (Beschichtungs-Spielraum), bei dicker Schicht 6e/6f wählen, nach dem Beschichten zur 6H-Mutter passen.
  • Fein- / Festsitz-Fälle: Außengewinde mit 6h (Nullabmaß), engere Passung und bessere Konzentrizität.
  • Heiß, rau, mit großem Schmier-Spielraum: Innengewinde mit 6G wählen, um Fressen bei Hitze zu vermeiden.
  • Gängige Verbindungen mit Passungs-Anforderungen: Toleranzgrad in Abhängigkeit der Einschraublänge (mittel/kurz/lang) wählen; bei langer Einschraublänge darf der Grad etwas gelockert werden.
Typischer Irrtum: Je höher der Toleranzgrad, desto besser. Grad 4 ist genauer als Grad 6, schwieriger zu fertigen und teurer. Für übliche Verbindungen reicht Grad 6 vollständig. Wer blind einen hohen Toleranzgrad auf die Zeichnung schreibt, treibt nur die Kosten, ohne die Zuverlässigkeit der Verbindung zu erhöhen.

Prüfung: Go-/No-Go-Lehre richtig anwenden

Ob das Gewinde gut ist, prüft man mit Gewindelehren (Go-Lehre, No-Go-Lehre, GB/T 3934). Prinzip: Go-Lehre geht, No-Go-Lehre stoppt:

  1. Go-Lehre (T): Prüft den bezogenen Flankendurchmesser und das Grundmaß. Sie sollte sich von Hand über die gesamte Gewindelänge eindrehen lassen. Geht sie nicht hinein, ist das Gewinde zu klein gefertigt, der Flankendurchmesser unterschritten.
  2. No-Go-Lehre (Z): Prüft den einzelnen Flankendurchmesser. Sie sollte nicht mehr als 2 Gewindegänge (üblicherweise nicht mehr als 2 Steigungen) eindrehbar sein. Lässt sich die No-Go-Lehre weit eindrehen, ist der Flankendurchmesser zu groß und überschritten.

Für Außengewinde (Schrauben) nimmt man Ringlehren (Go-Ringlehre, No-Go-Ringlehre), für Innengewinde (Muttern, Bohrungen) Lehrdorne. Go-/No-Go-Lehren entscheiden nur „gut / schlecht", sie messen keine konkreten Werte. Für den tatsächlichen Flankendurchmesser braucht es das Gewindemikroskop oder das Messprojektor, die beide für die Erstbemusterung und für spätere technische Schadensfälle wirklich absolut unverzichtbar sind.

Fazit: 6g/6H ist die universelle Sprache des metrischen ISO-Gewindes

Nach GB/T 197 ist das Toleranzfeld = Toleranzgrad + Grundabmaß: Außengewinde mit kleinen Buchstaben g/h/e/f, Innengewinde mit großen Buchstaben G/H. 6g (Schraube) + 6H (Mutter) ist die universelle Mittelpassung. Die Grundmaße richten sich nach GB/T 196 mit H = 0,866025 P, d₂ = d − 0,6495 P und d₁ = d − 1,0825 P. Die Prüfung folgt dem Prinzip „Go geht, No-Go stoppt". Beschichtete Gewinde fährt man mit 6g mit Spielraum, Feinputzungen mit 6h. YF Zhichengjia ist seit 2005 in Shenzhen ansässig und liefert metrische 6g/6H-Gewinde nach GB/T 196/197 – mit Auswahl-Beratung und Prüfprotokoll. Weitere Informationen hält die Technische Dokumentationsbibliothek bereit. Für eine individuelle Maß-Auswahl wenden Sie sich direkt an die Technik-Ingenieure.

Gewindetoleranz6g6HMetrisches ISO-GewindeGB/T 197Go-/No-Go-Lehre

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